Kosten beim Hausverkauf in Stuttgart

Womit Verkäufer rechnen müssen

Tobias Troendle 5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht: Juni 2026 · Aktualisiert: Juli 2026 Verkauf & Strategie Recht & Steuern Stuttgart Insider

Wer in Stuttgart verkauft, schaut auf den Erlös – und vergisst dabei leicht die Kostenseite. Dabei ist sie gut planbar: von der hälftigen Maklerprovision über Grundschuldlöschung und Energieausweis bis zur 10-Jahres-Frist des Finanzamts. Ein Überblick mit Beispielrechnung.

Wohnraum einer hochwertigen Immobilie in Stuttgart

Was kostet es, ein Haus in Stuttgart zu verkaufen?

Maklerprovision, Notar, Energieausweis, Steuern – wer seine Immobilie verkauft, hat vor allem den Erlös im Blick. Genauso wichtig für die Kalkulation ist aber die Kostenseite. Die gute Nachricht: Die meisten Posten sind planbar, und die größten trägt ohnehin der Käufer.

In diesem Beitrag gehen wir alle Kostenpunkte durch, die beim Immobilienverkauf in Stuttgart anfallen – mit konkreten Zahlen, einer Beispielrechnung und dem Hinweis, wann das Finanzamt mitverdient.

Warum sich der Blick auf die Kosten lohnt

Ob Stadthaus im Stuttgarter Westen, Eigentumswohnung in Degerloch oder Hanghaus in Halbhöhenlage: Zwischen Angebotspreis und Nettoerlös liegen einige Positionen. Wer sie kennt, verhandelt souveräner – und vermeidet Überraschungen kurz vor dem Notartermin.

Hochwertig ausgestatteter Wohnraum einer Immobilie in Stuttgart
Detailansicht einer hochwertig ausgestatteten Immobilie in Stuttgart

Wer zahlt den Makler beim Hausverkauf?

Seit Dezember 2020 ist die Provisionsteilung gesetzlich geregelt: Bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen darf der Käufer höchstens so viel zahlen wie der Verkäufer. In Stuttgart und Baden-Württemberg sind insgesamt 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer üblich – hälftig geteilt, also 3,57 Prozent pro Seite.

Die Provision ist verhandelbar – der Mehrwert entscheidet

Entscheidend ist nicht der Prozentsatz allein, sondern was Sie dafür bekommen: fundierte Wertermittlung, professionelle Vermarktung, geprüfte Interessenten und eine sichere Abwicklung. Ein erfahrener Makler erzielt im kleinteiligen Stuttgarter Markt regelmäßig einen Mehrerlös, der seine Provision deutlich übersteigt.

„Verkäufer sollten nicht fragen: Was kostet der Verkauf? Sondern: Was bleibt am Ende übrig? Genau diese Rechnung machen wir vor dem Start auf – transparent, mit allen Posten und ohne Kleingedrucktes.“
Tobias Troendle Tobias Troendle Geschäftsführer, Strudel Immobilien

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Welche Kosten trägt der Verkäufer beim Notar?

Beurkundung des Kaufvertrags, Eigentumsumschreibung, Grundbucheintrag: Diese Kosten – zusammen etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises – trägt in aller Regel der Käufer. Für Verkäufer bleiben zwei typische Posten:

  • Löschung der Grundschuld: Ist die Immobilie noch mit einer Grundschuld belastet, fallen für Löschungsbewilligung und Grundbuchamt Gebühren an – je nach eingetragener Summe meist wenige hundert Euro.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Wird ein laufendes Darlehen vorzeitig abgelöst, kann die Bank eine Entschädigung verlangen. Die Höhe hängt von Restschuld, Zinsbindung und Zinsniveau ab – lassen Sie die Berechnung im Zweifel prüfen, bevor Sie unterschreiben.

Was kostet ein Energieausweis – und wann brauche ich ihn?

Spätestens zur Besichtigung müssen Sie Interessenten einen gültigen Energieausweis vorlegen – das schreibt das Gebäudeenergiegesetz vor. Der einfache Verbrauchsausweis kostet je nach Anbieter etwa 50 bis 100 Euro. Für viele ältere Gebäude – typisch für Stuttgarts Altbaubestand mit Bauantrag vor November 1977 und höchstens vier Wohnungen – ist der aufwendigere Bedarfsausweis Pflicht; er liegt meist zwischen 300 und 500 Euro.

Wann fällt beim Hausverkauf Spekulationssteuer an?

Verkaufen Sie eine vermietete Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf, ist der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig – mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. Steuerfrei bleibt der Verkauf, wenn Sie die Immobilie selbst bewohnt haben: entweder durchgehend seit dem Kauf oder zumindest im Verkaufsjahr und den beiden Kalenderjahren davor.

Bei geerbten Immobilien übernehmen Sie die Fristen des Erblassers – hat dieser die Immobilie vor mehr als zehn Jahren gekauft oder selbst bewohnt, bleibt der Verkauf in der Regel steuerfrei. Im Zweifel gehört diese Frage vor dem Verkaufsstart zum Steuerberater.

Welche Kosten sind freiwillig – und wann lohnen sie sich?

  • Unterlagen beschaffen: Grundbuchauszug, Flurkarte, Baupläne oder Teilungserklärung kosten einzeln nur wenige Euro an Gebühren – das Zusammentragen kostet vor allem Zeit. Welche Dokumente nötig sind, hängt vom Objekttyp ab.
  • Kleine Reparaturen und Auffrischung: Ein gepflegter Gesamteindruck beeinflusst Besichtigungen messbar. Gezielte kleine Maßnahmen sind oft sinnvoller als teure Komplettsanierungen kurz vor dem Verkauf.
  • Wertgutachten: Ein Vollgutachten (oft 1.500 Euro und mehr) braucht es meist nur für Gericht, Finanzamt oder Erbauseinandersetzungen. Für die Preisfindung beim Verkauf reicht eine fundierte Marktwerteinschätzung – bei uns kostenfrei.
  • Home Staging und Fotografie: Professionelle Aufnahmen und eine durchdachte Präsentation verkürzen die Vermarktungszeit. Bei einem guten Makler gehören sie zum Leistungsumfang und kosten Sie nichts extra.

Fazit: Mit welchen Gesamtkosten müssen Verkäufer rechnen?

Eine Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus in Stuttgart mit 800.000 Euro Verkaufspreis:

  • Maklerprovision (3,57 % Verkäuferanteil): 28.560 Euro
  • Löschung der Grundschuld: ca. 300 bis 500 Euro
  • Energieausweis (Bedarfsausweis): ca. 300 bis 500 Euro
  • Summe: rund 3,6 bis 3,7 Prozent des Kaufpreises – sofern keine Vorfälligkeitsentschädigung und keine Spekulationssteuer anfallen.

Entscheidender als die Kostenseite ist am Ende die Preisstrategie: Ein professionell vorbereiteter Verkauf mit realistischer Wertermittlung und starker Vermarktung holt im Stuttgarter Markt – von Bad Cannstatt bis Esslingen, von Ludwigsburg bis Böblingen – regelmäßig mehr heraus, als der gesamte Verkaufsprozess kostet.

Häufige Fragen zu den Verkaufskosten

Üblich sind insgesamt 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer, gesetzlich fair geteilt: 3,57 Prozent trägt der Verkäufer, 3,57 Prozent der Käufer.

Die Provision entfällt – dafür tragen Sie Bewertung, Vermarktung, Besichtigungen und Verhandlung selbst. Ein zu niedriger Abschluss oder ein geplatzter Kauf kostet schnell mehr als die Provision.

Die Restschuld wird aus dem Erlös abgelöst; dazu können eine Vorfälligkeitsentschädigung und die Kosten der Grundschuldlöschung kommen. Beides vorab bei der Bank anfragen.

Nein – die Grunderwerbsteuer (in Baden-Württemberg 5 Prozent) trägt der Käufer. Verkäuferseitig können stattdessen Spekulationssteuer und Verkaufsnebenkosten relevant werden.

Tobias Troendle, Geschäftsführer von Strudel Immobilien

Tobias Troendle · Geschäftsführer

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Für Ihre konkrete Situation ziehen Sie bitte einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzu.

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