Bewertung
Liegenschaftszins
Der Liegenschaftszins ist der Zinssatz, mit dem der Ertrag einer Immobilie im Ertragswertverfahren in einen Wert umgerechnet wird – klein im Auftritt, groß in der Wirkung.
Der Liegenschaftszins (auch Liegenschaftszinssatz) ist der Zinssatz, mit dem die zukünftigen Erträge einer Immobilie im Ertragswertverfahren auf den heutigen Wert abgezinst werden. Er drückt aus, welche Verzinsung Investoren am jeweiligen Markt für die jeweilige Objektart erwarten – und wird von den Gutachterausschüssen aus realen Kauffällen abgeleitet.
Warum der Zinssatz so viel bewegt
Je niedriger der Liegenschaftszins, desto höher der Ertragswert – und umgekehrt. Schon wenige Zehntelprozentpunkte verändern den rechnerischen Wert eines Mehrfamilienhauses um fünf- bis sechsstellige Beträge. Wohnimmobilien in gefragten Großstadtlagen wie Stuttgart haben typischerweise niedrige Liegenschaftszinsen (geringes Risiko, stabile Nachfrage), Gewerbeobjekte und schwächere Lagen höhere.
Praxisbedeutung
Wer ein Renditeobjekt kaufen oder verkaufen will, sollte den regional passenden Liegenschaftszins kennen: Er ist der Hebel, über den sich seriöse von geschönten Bewertungen unterscheiden lassen.
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Häufige Fragen
Die Gutachterausschüsse leiten ihn aus realen Kauffällen der Region ab und veröffentlichen ihn in ihren Marktberichten – getrennt nach Objektarten.
Typischerweise zwischen 2 und 4 Prozent – in gefragten Großstadtlagen am unteren, bei Gewerbe und schwächeren Lagen am oberen Rand oder darüber.
Weil er die Erträge über die gesamte Restnutzungsdauer kapitalisiert: Ein halber Prozentpunkt weniger Liegenschaftszins kann den Ertragswert eines Mehrfamilienhauses zweistellig prozentual erhöhen.